Edelweissverein

Bad Feilnbach e.V.

Der spielerische Werdegang des Vereins

 

 

In den ersten Theaterjahren griff man sehr gerne auf klassische Bauerntheaterstücke zurück.

So kamen Komödien wie „Der falsche Vitus“, „Die Glocken von Birkenstein“, „Hochzeit auf dem Rößlhof“, „Der Kreuzhofbauer“ und ähnliche Stücke zur Aufführung.

 

Trotz großer Leidenschaft der Spieler waren die Inszenierungen noch recht Laienhaft. Die Qualität steigerte sich aber Jahr für Jahr und auch die Auswahl der Stücke wurde immer anspruchsvoller. So wurden zum Beispiel 1988 Anton Tschechow`s „Russische Geschichten“,

oder 1989 Ludwig Thoma`s „Magdalena“ gespielt.

 

Da das Publikum aber schon immer die Komödien den dramatischen Stücken vorzog, tendierte auch die Spielleitung bei der Stückauswahl wieder mehr zu heiteren Werken wie etwa Peter Landstorfer`s „Da Maskara“ oder „Da Roagaspitz“.

 

Eine deutliche Qualitätssteigerung der Aufführungen erfuhr der Verein im Jahr 2000 durch den neuen Spielleiter Sebastian Kolb, der als Erster eine Regieausbildung beim bayerischen Amateurtheater Verband genossen hat. So inszenierte Kolb mehrere Stücke von Gerhard Loew,

wie zum Beispiel „Da Häuslschleicher“ oder „Servus Adolf“ und so vergrößerte sich auch der Zustrom des Publikums.

 

Mit dem Stück „Brootz`nschiaßn“ wagte sich Kolb erstmals an ein Singspiel heran und landete einen Volltreffer. Da der Edelweissverein nicht nur hervorragende Sänger, sondern auch eine Vielzahl guter Musiker als Mitglieder verzeichnen kann, konnte man das bayerische Musical als großen Erfolg verbuchen.

 

Mit der Komödie „Deifesgwax – Teufelskerle und andere Hampelmänner“ von Reinhard Seibold hielt nun auch das Anwenden von technischen Tricks und Spezialeffekten Einzug in die Darbietungen und versetzt das Publikum in Staunen.

 

2003 schrieb Kolb, der mittlerweile 2. Vorstand im Verein war, zusammen mit dem 1. Vorstand Johann Seebacher, eine Neufassung von Wilhelmine von Hillern`s „Geyerwally“ und inszenierte mit Hilfe seines Co-Regisseurs Markus Scheble im Jahr darauf das Stück mit sehr großem Erfolg.

 

Im Sommer 2005 veranstaltete man in Zusammenarbeit mit den Wirtsleuten beim Kistlerwirt ein Hinterhoftheater auf der winzigen Freiluftbühne. Die Kombination eines Drei-Gänge-Menüs und einer Wilderer-Komödie fand beim Publikum großen Anklang und so kamen mittlerweile auch Zuschauer aus dem weiteren Umkreis um die Aufführungen zu sehen.

 

Scheble absolvierte ebenfalls eine Regieausbildung beim Dachverband und inszenierte als Regiedebüt Felix Mitterer`s „Die wilde Frau“. Da das Stück sehr harte Gewaltszenen und sogar einige Nacktszenen aufweist, war man sich zunächst nicht sicher, ob man damit Erfolg hat. Doch Scheble konnte punkten und so mussten noch einige Zusatzvorstellungen gespielt werden.

 

Scheble schrieb im Jahr 2006 das Musical „Da Goldbach“ und inszenierte es im Jahr darauf als Hinterhoftheater. Wieder konnte man aus den eigenen Reihen Musiker und Sänger verpflichten und mit den Aufführungen einen phantastischen Erfolg verbuchen.

 

Kolb und Scheble schrieben von nun an ihre Theaterstücke gemeinsam. So entstand als nächstes „Die Kinder vom Kohlenbrenner“. Die traurige Geschichte wurde von den Kindern und Jugendlichen des Vereins so glaubhaft und ernst dargestellt, dass man bei erwachsenen Zuschauern Tränen sehen konnte.

 

Ein weiteres Stück der beiden war die bayerische Rotlichtkomödie „Zoff im Puff“, die alle bisherigen Zuschauerzahlen bei weitem übertraf.

 

Mittlerweile hat sich die Fan-Gemeinde des Edelweissvereins verdoppelt, was auch mit dem Theaterfasching zu tun hat, bei dem auf kabarettistischer Weise alle Fettnäpfchen, die im Laufe des vergangenen Jahres im Gemeindebereich passiert sind, verfeinert, deftig gewürzt und den Zuschauern brühwarm serviert werden.

 

Die Grattleroper“ wurde 2010 inszeniert. Wieder griff man Bei Spielern, Sängern und Musikern nur auf Vereinsmitglieder zurück. Allein die Band bestand schon aus 8 Musikern.

Das Publikum war begeistert und so wurde man nach Traunstein zu einigen Gastspielen eingeladen.

 

Die Autoren im Verein schrieben das Stück „Da Himme wart` ned“, welches Scheble 2011 zur Aufführung brachte. Alle Aufführungen waren bis auf den letzten Platz ausverkauft.

 

Beim Kartenvorverkauf für den Theaterfasching 2012 konnte wieder ein neuer Rekord erreicht werden. Bereits eine Stunde vor Geschäftsöffnung standen die Zuschauer bei Schneetreiben für die Karten Schlange. Der Kartenverkauf dauerte ganze 45 Minuten, dann waren alle Aufführungen restlos ausverkauft.

 

Im Sommer des gleichen Jahres präsentierte der Verein wieder ein Musical im Hinterhof-Theater beim Kistlerwirt. Man hatte sich das Stück „Kinipfingst“ von Gerhard Loew ausgesucht. Die Noten für das Singspiel hatten wir extra neu setzen lassen, da kein richtiger Satz beim Verlag zu bekommen war. Das Publikum und auch der Autor, der uns zu einer Aufführung besucht hatte, waren voll begeistert.

 

"Dümmer als die Polizei erlaubt" wurde dann im November 2013 unter der Regie von Konrad Kriechbaumer gespielt. Die Karten waren für alle elf Aufführungen bereits vor der Premiere ausverkauft.

 

Einen neuen Rekord konnten wir beim Kartenvorverkauf für den Theaterfasching 2014 erzielen. Wir hatten fünf Aufführungen angesetzt, welche bei unserer "Vorverkaufsparty" in sage und schreibe NUR 27 Minuten ausverkauft waren.

 

Im selben Jahr probierten wir eine neue Art von Theater aus. Das Stück "Lallinger ermittelt" ist nämlich ein Krimi mit Dinner und wurde nicht auf einer Bühne gespielt, sondern in sieben verschiedenen Gaststätten zwischen den Tischen der Gäste. Dabei wurde das Publikum mit eingebaut und es musste viel improvisiert werden. Das Publikum war begeistert und so war es kein Wunder, dass sage und schreibe 21 Aufführungen restlos ausverkauft waren.

 

Im Januar 2015 begeisterte die Vereinsjugend das Publikum mit dem Stück "G`spenstermacher" unter der Regie von Konrad Kriechbaumer.

 

Im gleichen Jahr feierte der Ort Wiechs (bei Bad Feilnbach) sein 1250jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass führte der Edelweißverein zusammen mit der Ortsgemeinschaft das Laurenzi-Spiel "Vergesst mir die Armen nicht!" auf, das von Barbara Kolb eigens dafür geschrieben, und mit Musik von Annelen Kolb unterstützt wurde. Für die Freiluft-Inszenierung des christlichen Stückes, mit seinen über 80 Mitwirkenden, seiner dreistöckigen Bühne und der riesigen Zuschauertribühne, wurde ein gewaltiger Aufwand betrieben, der vom begeisterten Publikum mit stehenden Ovationen belohnt wurde. 2016 erhielt die Ortsgemeinschaft Wiechs zusammen mit dem Edelweißverein den Kultur-Sonderpreis des Landkreis Rosenheim dafür.

 

2016 wurde wieder ein Hinterhof-Theaterstück aufgeführt. Matthias Millauer gab sein Regiedebüt und inszenierte "Da Hintaloda" von Gerhard Loew. Alle 11 Aufführungen waren ausverkauft.