Edelweissverein

Bad Feilnbach e.V.

Ernster Inhalt, lustige Wortwechsel

Theateraufführung ein voller Erfolg

Bad Feilnbach (gs) – Die belastende Probenarbeit, oft bis Mitternacht, hat sich für die „Theateraner“ des Edelweißvereins Bad Feilnbach gelohnt. Alle vier Aufführungen waren nicht nur nahezu ausverkauft, auch Handlung und Darsteller fanden große Anerkennung durch die Besucher.

Wer sich allerdings nach der Ansage des stets zu Späßen aufgelegten Vorstandes Hans Seebacher in ein Lustspiel versetzt glaubte, wurde bald eines Besseren belehrt. Der Inhalt selbst war ernster Natur. Heiterkeit lösten meist die urig-derben Wortwechsel aus, die selbst die Spieler noch bei der Generalprobe mit einem plötzlichen Lachkrampf schüttelten, was den Spielleiter Sebastian Kolb zu der Drohung veranlasste: „Wenn des bei der Aufführung passiert dann könnt ihr was erleben!“ Was sie schließlich erlebt haben, war ein dankbares und aufgeschlossenes Publikum, das sich ganz der Handlung auf der Bühne hingab und bei einigen Szenen bewusst auch miteinbezogen wurde.

Zum Inhalt: Durch den „Kacheriss“ (Martin Stadler) des „Owandlers“ (Sebastian Obermaier) liebster Freund, wird der dem Suff verfallene Bauer wieder trockengestellt und stets an seine liederliche Lebensweise erinnert. Nicht ohne Eigennutz, versteht sich. Den Owandler immer wieder an seine Sauferei erinnernd, sieht dieser in ihm den einzig wahren Freund, der ihn kuriert hat. Dieser will ihn aus Dankbarkeit nicht nur mit seiner jungen Tochter der Agath (Elisabeth Grabmaier) „verbandeln“, sondern ihm beim Notar sogar noch seinen Hof überschreiben. Die Owandlerin (Irmgard Kolb) sieht das Unglück kommen und weiß keinen Rat mehr, auch der Knecht Hartl (Harald Weidlich) – in die Agath verliebt -, ist wie vor den Kopf gestoßen und versteht die Welt nicht mehr. Aber da gibt es die stets Mannskleider tragende Magd „Flinserl“ (Edith Oberprieler) und den „Bummerl“, einen prächtigen Stier, den der Hartl beim „Viechmarkt“ erwarb. Für den „Häuslschleicha“ nimmt der Dreiakter ein grausames Ende, alle anderen und auch das Publikum konnten erleichtert aufatmen und sich mit einem „Obatzten“, Essigknödeln, oder einer Theatersuppe von den Theaterköchinnen verwöhnen lassen.

 

MANGFALLBOTE, 6.12.2000