Edelweissverein

Bad Feilnbach e.V.

https://sunuiorise.com/kosta-brava-kupit-zakladku-kokain-shishki-boshki-gashish-amfetamin-geroin-mdma-ekstazi-skorost-mefedron.html Gemeindeleben à la Edelweißer

„Ausgebleckt“: Fulminanter Schlussakkord für Theaterfasching und Scheinheilige

Ромитан купить кокаин, амф бошка меф и ск von Silvia Mischi

Bad Feilnbach – 2017 erklärten die Edelweißer, dass Gemeinderatssitzungen mittlerweile schon selbst ein Theater seien und verliehen dem Bad Feilnbacher Gremium symbolisch den Kulturpreis der bayerischen Staatsregierung für außerordentliche Schauspielerei. Das war vor zwei Jahren. Heuer gingen die Theaterer noch einen Schritt weiter und übernahmen das Rathaus gleich gesamt. Dass das ganze Rathausleben, der Gemeinderat und Co. gleich im doppelten Sinne – wegen Animositäten und Rumrederei – ein Kinderspiel seien, hoben die Nachwuchstheaterspieler auf charmante Weise hervor. „Mitten drin, statt nur dabei“ scheint das Motto gewesen zu sein. Und wie pfiffig, spitz, kurios und unterhaltsam sie es sich in der Verwaltung vorstellen, untermauerten sie mit einer grandiosen Stafette, die Ereignisse aus den vergangenen Monaten darstellte. Der feine Unterton, der kecke Seitenhieb, das macht dabei das Feilnbacher „Derblecka“ zu einem Erlebnis. Leider wohl zum letzten Mal. Denn zum Abschluss des Abends wurde melodisch der Ruhestand der Scheinheiligen sowie der Abschluss des Theaterfaschings verkündet – doch mit kleinem Hintertürchen und Hoffnungsschimmer im Falle von Langeweile der Akteure oder bei massiven Auswüchsen an Schildbürgerstreichen…

Zur Kategorie des Letzteren gehört in den Augen der Edelweißer der „üppig begrünte und einladende“ neue Dorfplatz. Die „Betonwüste“ war wiederkehrender Dreh- und Angelpunkt der Szenen. Und das gleich für zwei Bürgermeister. Denn sowohl Hans Hofer (hervorragend: Martin Kolb) als auch Anton Wallner (einmalig überspitzt darstellend Stephan Oberprieler) hatten mit der Baustelle ihre Freuden und Nöte. Zudem wurden einigen Gemeinderäten – untermauert in einer gespielten Sitzung – ihre Attribute zugeordnet: Hofer und das Baggerfahren, Karin Freiheit und „immer den Senf dazugeben“, Katrin Dostthaler (gschnappig und vui reden), Martin Huber (zu spät kommend) sowie Manfred Büttner (gegen alles). Dass viel Neues in Bad Feilnbach ausprobiert wird, auch wenn es nicht immer so klappt, wie angepriesen, dafür stand „Ute“. Nicht die Leiterin der Kur- und Gästeinformation selbst (gespielt von Irmi Wingen), sondern das sprachgesteuerte System „Unser toller Erlebnisurlaub“. Das System sollte Urlaubern helfen, die richtige Unterkunft im Ort zu finden. Die Wünsche eines Versuchsgastes konnten aber nur „außerhalb des gewünschten Ortes“ erfüllt werden, wie die sprachgesteuerte Box verriet. Zudem verstand sie kein bayerisch, worauf der Gemeinderat die Einführung zurückstellte.

Dafür wurde die Verabschiedung Hofers und die „Inthronisation“ Wallners als Bürgermeisternachfolger –durchgeführt von Vitus Gasteiger alias Wast Gasteiger –zu einem bewegenden Moment mit Freundschaftsbekenntnissen. Den Brenner-Nordzulauf, dessen Gegner und gar zwei Befürworter mit absurden Begründungen – kamen ebenfalls im Rathaus bei den Vorzimmerdamen (Michaela Vogt und Dani Tamegger) vorbei –, wie die Bauhofmitarbeiter, gespielt von Manfred Weidlich und Hans Mayer. Sie waren zwischen ihren Brotzeiten alles andere als motiviert über ihre verschiedenen Zusatzaufgaben, deren Sinnhaftigkeit sie –wie am Beispiel eines Zauns deutlich wurde – in Frage stellten.

Die obligatorischen Seitenhiebe gen Au (per Container ins Erzgebirge umsiedeln,dann hieße es Au bei Aue statt Au bei Bad Aibling) sorgten traditionell sowohl für Lacher als auch Empörungsrufe. Die Schnapsbrennerei, dessen „heilende“ und berauschende Wirkung stellte Christian Eder (irre komisch Stephan Müller) gegenüber einer Touristin (Elisabeth Maier) unter Beweis, wie auch mit Sebastian Obermaier (vortrefflich Robert Gsinn) bei einem Radltreffen mit Schnapsglashalter am Lenker. Zwei Bienen (zum Kugeln: Martin Stadler und Markus Scheble) summten zudem von ihren Problemen vor. Eine hatte sich eine Varoa-Milbe am Rücken eingefangen, schilderten ihre Sorgen beim Pollen sammeln und stellten fest: „Das Volksbegehren sticht in ein Wespennest“. Die Gender-Debatte ließ Pfarrer Ernst Kögler (Harry Weidlich) nicht zur Ruhe kommen. Höhepunkt des Derbleckas waren die Scheinheiligen (Lisi Schmidt, Barbara Kolb,Barbara Müllauer und Irmgard Kolb). Sie treffen mit ihrer satirischen und stimmlich viel beklatschten Art immer die richtige Tonlage. Sie waren es auch, die den kurz wehmütigen Abschied mit „reißt‘s eich halt zam“ beendeten.